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Giftstoffe in Gewässern: Das sind die problematischsten Pestizide

In den letzten 20 Jahren sind die Fangzahlen aus Schweizer Flüssen und Bächen massiv zurückgegangen. Eine wichtige Rolle dabei könnten Pestizide aus der Landwirtschaft spielen. Diese bedrohen Wasserlebewesen – wichtiges Futter für Fische. Die Wasserforschungsinstitut Eawag hat für «Kassensturz» eine Liste von elf problematischen Giften zusammengestellt. Das Bundesamt für Landwirtschaft geht davon aus, dass ein Grossteil dieser elf Stoffe verboten wird.

Giftstoffe in Gewässern: Das sind die problematischsten Pestizide

Die offiziellen Zahlen der Schweizer Fischfang-Statistik sind beunruhigend: Die Fänge in Fliessgewässern (Flüsse und Bäche, ohne Seen) sind seit dem Jahr 2000 um ein Drittel zurückgegangen. Eine grosse Rolle im Zusammenhang mit dem rückläufigen Fischbestand könnten Pestizide aus der Landwirtschaft spielen.

Eine Studie des deutschen Helmholz-Zentrums zeigt: Wirkstoffe wie etwa das Insektizid Thiacloprid wirken bereits in geringsten Mengen und bringen Wasserlebewesen zum Verschwinden. Und damit eine wichtige Nahrungsquelle für die Fische.

Die problematischen elf Wirkstoffe

Exklusiv für «Kassensturz» haben Forscher des eidgenössischen Wasserforschungsinstituts Eawag die problematischsten Gifte in Schweizer Fliessgewässern aufgeführt. Diese wurden wiederholt in Konzentrationen nachgewiesen, die zu hoch sind für Pflanzen und Tiere. Christian Stamm, leitender Wissenschaftler der Eawag, wird deutlich: «Aus Gewässersicht wäre die naheliegendste Massnahme, dass man diese Substanzen verbieten würde. Damit gelangen sie auch nicht mehr ins Gewässer.»

Die Eawag-Forscher haben über Jahre in 13 Gebieten Pestizid-Konzentrationen in Bächen gemessen. Dabei fanden sie Rückstände von Dutzenden von Pestiziden. In zu hohen Konzentrationen seien sie laut Stamm ein Risiko für kleine Wasserlebewesen: «Wenn wir in die Gewässer schauen, sehen wir: Wo viel Pestizide eingesetzt werden, sind diese empfindlichen Arten wenig vertreten.»

ZUM KASSENSTURZBEITRAG VOM 11. Juni 2019



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