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Fischereiverband des Kantons St. Gallen

Leserbrief Fischereizentrum Steinach (2)

Im Zusammenhang mit der Ablehnung des neuen Fischereizentrums in Steinach wurde durch den Fischerei-Verein Rüthi ein weiterer Leserbrief verfasst.

Leserbrief Fischereizentrum Steinach (2)

Der Leserbrief wurde an folgende Zeitungen verschickt:

 
-St.Galler Tagblatt
-W&O
-Sarganserländer
-Vaterland
-Petri-Heil
 
 
Quo vadis Fisch?

In den 80er Jahren starb die Seeforelle im Bodensee fast aus. Auch die Artenzahl der Fische schrumpfte in nur 140 Jahren beängstigend. Heute sind von ursprünglich dreissig Fischarten im Alpenrhein noch deren sechs häufig, elf sind sehr selten geworden und 14 Fischarten sind bereits ausgestorben. Deshalb taten sich die Fischereibehörden länderübergreifend zusammen, um kontinuierliche Massnahmen zur Rettung der Seeforelle umzusetzen. Gewässer wurden aufgewertet und Zuflüsse zugänglich gemacht, damit die Seeforelle ihre Geburtsgewässer zur Eiablage überhaupt erreichen kann. Vor allem wurden aber immer wieder unzählige Brütlinge ausgesetzt, welche aus dem Fischereizentrum Rorschach stammten.

Der Bestand der Seeforelle hängt heute noch vom Brütlingsbesatz ab. Die negativen Folgen der Wasserkraftnutzung müssen in den nächsten zwanzig Monaten saniert werden. So will es das Gesetz. Auch Revitalisierungen sind gesetzlich vorgeschrieben. Bis zu deren Umsetzung können aber Jahrzehnte verstreichen. Unsere Fischbestände und insbesondere Arten wie etwa die Äsche oder die Nase, die vom Aussterben bedroht sind, haben nicht so lange Zeit.

Nach der unerklärlichen Ignoranz im Kantonsrat gibt es leider auch kein Fischereizentrum, das zwischenzeitlich den Artenerhalt sichern kann. Da fragen wir uns zu Recht, ob denn alle Kantonsratsmitglieder den Bezug zur Natur verloren haben. Ist es denn der Mehrheit egal, dass sie in unseren Gewässern ihren Kindern eventuell schon bald keine Äschen, Nasen und weitere bereits arg bedrohte Fische mehr zeigen können?

Unsere Fischfauna ist akut bedroht und bedarf dringend der Förderung. Dazu sind Gewässer-Revitalisierungen unabdingbar. Das Projekt RHESI im Rheintal ist in dieser Hinsicht eine Jahrhundertchance, die wir nicht ungenutzt verstreichen lassen sollten. Bis unsere beeinträchtigten Gewässer wieder hergestellt sind – dies dauert mit Bestimmtheit Jahrzehnte -, ist das Ausbringen von Brütlingen seltener Fischarten aus Fischereizentren notwendig. Unser Gesetz will es so, nicht aber die Mehrheit des Kantonsrates. Schade.



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